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FAQ - Betriebssysteme

05. März 2004 (padeluun)
CCC FAQ Part 10: Betriebssysteme

    F: Welche Betriebssysteme empfehlt Ihr?

    A: Wir empfehlen, zum Verständnis des Computers und allem, was einem zeigen kann, wie diese Welt funktioniert, eine bewusste Wahl zu treffen. Fast jede Entscheidung, die bewusst getroffen wird, ist richtig. Fast jede Entscheidung, die aus Faulheit, Bequemlichkeit und einem Mangel an Neugier getroffen wird, ist falsch, zumindest für einen Hacker.

    Man kann auch mit [Externer Link]Windows hacken, schließlich kann man auch in Zwangsjacken Ballett tanzen. Wenn du anfangen willst, das Internet und dein System zu verstehen, geht das aber weitaus besser mit Systemen, die mit offenen Karten spielen und den Sourcecode gleich mit dazu liefern. Hier kannst du schmökern, lernen, abkupfern und das ist alles auch noch erwünscht und Teil des Konzepts "Freie Software".

    [Externer Link]Linux ist sicher das bekannteste und populärste freie System im Moment, hier findest du bestimmt jemand, der dir bei der Installation hilft. Mit der recht teuren [Externer Link]SuSE-Distribution bekommst du ein dickes Handbuch dazu, vielleicht ist das für Einsteiger nicht schlecht. Mit der [Externer Link]Debian-Distribution hast du ein komplett freies System mit unglaublich viel Software, allerdings ein bisschen kniffliger für Anfänger. Die ganz harten Kerle bauen sich eine eigene Distribution mit [Externer Link]LFS (Linux from Scratch) oder [Externer Link]Gentoo oder benutzen Systeme für Spezialexperten, wie [Externer Link]Rock Linux. Irgendwo dazwischen ist [Externer Link]Redhat Linux, eine amerikanische Distribution, die sich hierzulande irgendwie nicht gegen SuSE durchsetzen konnte, aber das muss nichts heißen. [Externer Link]Mandrake Linux ist ähnlich einzuschätzen.

    Oder fühlst du dich frei und unabhängig und möchtest auch so sein wie die anderen Individualisten? Dann könnte ein BSD-Unix für dich passend sein. [Externer Link]FreeBSD ist eine für den PC optimierte Version des Unix aus der kalifornischen Uni Berkeley, bekannt für freie Liebe, Hippiepolitik, Drogenexperimente und hervorragende Serverbetriebsysteme. Man munkelt, dass die Netzwerkfähigkeiten von BSD ein bisschen besser sind als die von Linux. Alten Säcken, die Unix schon länger kennen, kommt das System jedenfalls aufgeräumter vor. [Externer Link]NetBSD ist eine BSD-Variante für Leute, die sich darüber freuen können, dass ihr Playstation 2, ihre VAX und ihr PC auf dem gleichen Unix-Betriebssystem laufen. Wenn man die Hälfte der Plattformen, auf die NetBSD portiert wurde, kennt, ist man schon gut. [Externer Link]OpenBSD legt den Schwerpunkt auf Sicherheit und [Externer Link]niedliche Maskottchen, auch keine schlechte Wahl, gibt es für PC und andere Systeme.

    Bist du gerade aus einer Kirche ausgetreten und suchst eine neue Religionsgemeinschaft? Dann solltest du [Externer Link]MacOS X ins Auge fassen. Unter der Haube werkelt ein BSD-Unix, oben ist eine wunderschöne Bonbonoberfläche, die man am liebsten ablecken will und die auch deine Mutter bedienen kann. Nachteil: Zu dem Betriebssystem musst du den passenden Apple-Rechner kaufen, aber das sind auch ganz nette Maschinen, wenn auch nicht gerade billig. Apple-Benutzer sind etwas verschroben und eigenartige, aber keineswegs uninteressante Leute

    Als Hacker ist man natürlich an Freiheit interessiert und da kann einem das Monopolgebaren der Firma Microsoft schon gehörig auf den Geist gehen. Das sollte dich aber nicht davon abhalten, dich auch mit dem Betriebssystem Windows auseinander zusetzen, wahrscheinlich hast du es eh schon auf deinem Rechner, wenn das ein PC ist. Dann aber treffe deine Wahl bewusst. Lass dir nichts einreden, forsche und lerne alles kennen. Es gibt auch deshalb so viele verschiedene Betriebssysteme, weil es so viele verschiedene Hacker gibt.


    Kabelsalat ist gesund.