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FAQ - Telefonie und Internet

27. Mai 2004 (padeluun)
CCC FAQ Part 8: Telefonie und Internet

Eine ausführliche Darstellung vieler Fragen zum Thema Telekommunikation ist die Telefon-FAQ aus der Newsgroup de.comm.misc.

Belästigung

F: Ich werde per SMS/Email/Forum/Messanger/Telefon von einem Unbekannten belästigt. Wie bringe ich ihn zur Strecke? Könnt ihr ihn für mich aufstöbern?

A: In der Netzwelt, in der sich grundsätzlich alle Anonymität für sich selbst, aber Identifizierbarkeit fuer alle anderen wünschen, ist man nicht dagegen gefeit, dass Menschen ihre defacto-Anonymität ausnutzen, um Dinge zu tun, die sie in der realen Welt nicht tun könnten/wollten/würden.

Das reicht vom (leider) alltäglichen Spam über sogenannte "Flames" in öffentlichen Foren oder Mailinglisten bis hin zur bewussten Drangsalierung (unter Zuhilfenahme von elektronischen Medien) von Einzelnen.

Genauso, wie man Filter benutzt, um sich vor unerwünschter Werbung zu schützen (Fernbedienung am Fernseher, Papiermülltonne, einfach weghören, Spamfilter), kann man (besser als in der realen Welt) effektive Filter einsetzen, um bestimmte Telefonnummern, Email-Adressen oder Instant-Messanger-Accounts "auszublenden". Zudem besteht meist die Möglichkeit des Hörerauflegens, Email/SMS/Forumseintrag-Löschens. Soll heissen: wer den Schutz der Anonymität braucht, bevor er sich zu kommunizieren traut, muss sich nicht wundern, ignoriert zu werden.

In einem Großteil der Fälle verlieren die Quälgeister schnell das Interesse, wenn ihnen nicht die erhoffte Aufmerksamkeit zu Teil wird. Der Aufwand, den Störenfried ausfindig zu machen, wird meist nicht durch die Linderung gerechtfertigt, die man seinem Ego durch eine Identitätsfeststellung bieten kann. Man sollte seine Zeit und Energie lieber für schöne Dinge nutzen.

Anders liegt die Sache bei handfesten Drohungen. Auch hier gilt zwar die Regel, dass man sich nicht einschüchtern lassen soll, wenn es aber zu arg wird, wendet man sich, wie in der realen Welt auch, an die Polizei.

Der CCC kann üblicherweise Personen nicht identifizieren, die sich unangebracht verhalten oder geäußert haben. Dazu braucht es die Verbindungsdaten der Telekommunikationsunternehmen. Diese Daten werden in ernsten Fällen auch an die Behörden übergeben. Ansprechpartner für "ernste Fälle" ist aber, wie bereits erwähnt, die Polizei.

Was kann ich gegen Spam machen?

Elf Tipps gegen unerwünschte Werbemails (Spam):

  • Antworten Sie niemals auf Spam. Jegliche Reaktion zeigt dem Absender nur, dass die Mail-Adresse tatsächlich existiert. Sie gewinnt dadurch an Wert und landet auf Adress-CDs, die in Spammer-Kreisen gehandelt werden.
  • Klicken Sie nicht auf die Links in einer Spam-Mail. Auch der Link, mit dem man sich angeblich aus der Verteilerliste streichen lassen kann, ist tabu. Sonst bestätigen Sie die Gültigkeit Ihrer Adresse.
  • Benutzen Sie für (Zwangs-)Produktregistrierungen Wegwerf-Adressen, wie sie beispielsweise von Mailshell.com oder von Spamex.com angeboten werden. Mails an diese Adressen werden unmittelbar an ihren eigentlichen Mail-Account weitergeleitet, sodass ein benötigtes Login-Passwort Sie schnell erreicht. Sobald die Wegwerfadresse von Spammern missbraucht wird, schalten Sie sie einfach ab.
  • Legen Sie sich bei einem Freemailer wie Web.de, GMX oder Hotmail einen Account für bestimmte Aktivitäten zu, etwa das Posten von Mitteilungen im Usenet. Sollte sich ein Spammer diese Adresse aus den Newsgroups herausfischen, geben Sie den Account auf und nehmen einen frischen.
  • Halten Sie Ihre Haupt-E-Mail-Adresse geheim oder geben Sie sie zumindest nicht an jedermann. Auch bei Gewinnspielen und Werbeaktionen sollten Sie Ihre eigentliche Mail-Adresse geheim halten und auf einen Neben-Account ausweichen.
  • Kaufen Sie niemals ein Produkt oder eine Dienstleistung, die mit Spam beworben wird. Spam wird erst dann verschwinden, wenn es sich für die Absender finanziell nicht mehr lohnt.
  • Beschweren Sie sich bei ihrem Internet-Service-Provider, wenn Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Spam erhalten. Manche ISPs bieten ihren Kunden auch eine Spam-Reportfunktion um Spam abzufangen.
  • Setzen Sie auf Ihrem Mail-Client einen Spam-Schutz ein. In Apples "Mail" oder Mozilla Thunderbird ist er bereits eingebaut. Selbst bei Webmail-Accounts lassen sich Spam-Filter vom Benutzer einrichten.
  • Wenn irgend möglich sollte man in seinem Mailprogramm das automatische (Nach)-Laden von Bildern in HTML-Mails unterbinden. Spammer verifizieren Adressen nicht erst, wenn von dort eine bewusst ausgelöste Reaktion erfolgt sondern viel eher durch die obligate 1px-Grafik, die nachgeladen wird.
  • Für E-Mail-Accouts von Kindern stellen Sie die Darstellung von Bildern ab. Sollte sich mal eine üble Schmuddel-Spam-Mail in das Mailfach verirren, dann kann man so die Kinder vor Porno-Bildern und anderem Schmutz schützen.
  • Ermutigen Sie die Politik, wirklich gegen Spam vorzugehen. Schreiben Sie an das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, 11055 Berlin, E-Mail: internet@bmvel.bund.de

Rufnummernübermittlung

F: Wie kann ich die Rufnummernübermittlung ein- bzw. ausschalten?

A: Die Rufnummer wird auf jeden Fall bis zur Vermittlungsstelle des Angerufenen übertragen. Wenn der Anrufer die Rufnummernübermittlung ausgeschaltet hat wird sie nur nicht an den Angerufenen weitergereicht. Rufnummernübermittlung (bzw Nichtübermittlung) ist also ein reines Dienstleistungsmerkmal, das vom Telekommunikationsunternehmen üblicherweise nach Maßgabe des Anrufers schaltet. In bestimmten Fällen werden aber auch die Bedürfnisse des Angerufenen berücksichtigt. So wird zB bei Notrufnummern die Rufnummer immer übermittelt.

Hilfe, die Telekom will all mein Geld!

F: Ich habe eine Rechnung über 20.000 Euro bekommen. Meine Erbtante sagt, dafür schmeißt sie ihr sauer verdientes Geld nicht raus. Und ich hab nix. Was kann ich tun?

A: Zunächst mal tief durchatmen und dann die folgenden Schritte schriftlich unternehmen:

  • 1. Lege Widerspruch gegen die Rechnung ein. Und zwar schnell und schriftlich als Einschreiben mit Rückschein, damit Du später beweisen kannst, dass der Einspruch erfolgt ist.
  • 2. Fordere in diesem Schreiben auch die Einzelverbindungsdaten an.
  • 3. Falls die Gesellschaft nicht von sich aus einlenkt, schalte einen darauf spezialisierten Anwalt(!) ein. Es gibt entsprechende Organisationen die Dir weiterhelfen können, z.B. die Initiative gegen überhöhte Telefonrechnungen, Doris Belz, Tel. 02054-82191.

F: Was kann ich tun, wenn ich nie in eine so unangenehme Situation kommen will?

A: Vorausgesetzt, Du hast einen Telefonanschluss bei der Deutschen Telekom AG, kannst Du Deinen Anschluss flexibel oder fest sperren lassen. Eine Erklärung dazu haben wir bei [Externer Link]Heise gefunden.

Guck auch mal bei [Externer Link]http://www.dialerschutz.de/.

Telefonkarten

F: Ist es möglich, Telefonkarten auf zu laden?

A: Bis vor ein paar Jahren war die Antwort: "Nein. Die Hardware in der Karte kann nur herunter zählen". Inzwischen ist dem aber nicht mehr so. Hintergrund: Die Telekom hat Anfang 1995 die komplette Telefonguthabenkartenproduktion auf den sog. "Eurochip 1" umgestellt. Ausschlaggebend waren die zunehmenden Umsonst-Telefonate mit den von der Presse so genannten "Wunderkarten" (Chipkartensimulatoren).

Der Eurochip sollte nun durch den Einsatz verschlüsselter Chipkartenkommunikation den Einsatz von Simulatoren unmöglich machen. Die Folge war allerdings, dass die bis dahin auf verschiedene Hersteller verteilte Produktion von Chips für die Karten nunmehr allein von der Fa. Siemens mit dem Chiptyp (SLE 4433) quasi monopolistisch durchgeführt wurde. Und wie Murphy das nun mal so will ist ausgerechnet dieser Chip mit eine kleinen Befehl mindestens einmal wiederaufladbar. 12.- DM Karten können vollständig, 50.- DM Karten bis zu einem Betrag zwischen 42,- (!) und 45,- DM aufgeladen werden. Entsprechendes gilt für die neueren Karten in Euro.

Der SLE 4433 wurde zwischen April 1995 und Anfang 1998 in einer Gesamtstückzahl von ca. 200 Mio. Stück (Angabe aus einer Telefonkartensammler-Zeitschrift) verbreitet. Der Sammlermarkt hat mittlerweile eine massive Preiserhöhung nach dem Leerkauf von Karten mit diesem Chiptyp erfahren. Eine in Holland ansässige Bande hat die vertelefonierten Karten in 10.000er Stückzahlen aufgekauft, wieder aufgeladen und günstig an "normale" Wiederverkäufer (Kioske, Zeitschriftenläden etc.) verkauft. Früher gab es bei uns mehr Info in unserer Rubrik ServiceWatch. Leider haben wir die Seite irgendwo verlegt und finden Sie gerade nicht wieder.

F: Ist es möglich, Telefonkarten nachzumachen?

A: Totalfälschungen sind möglich und in "dunklen Kreisen" zu kaufen. Neuere Technik (Vergleich der Seriennummern mit einer Online-Datenbank, alle Kartentelefonzellen haben einen Datex-L-Anschluss) machen die Erkennung inzwischen allerdings möglich. Inwieweit Gerüchte, bei Erkennung eines Falsifikats würde automatisch ein Rollkommando losgeschickt, tatsächlich stimmen, wissen wir auch nicht.

F: Und die Buchungskarten?

A: Die "Buchungskarten" kann man auch nicht nachmachen oder aufladen, denn da ist gar kein Guthaben drauf. Die sagen der Telefonzelle nur Deine Telefonnummer zu hause, damit die T. weiß, wo sie das Gespräch zu entsprechenden Tarifen (d.h. teurer als vom normalen Festnetz) berechnen soll.

F: Wo finde ich detaillierte Infos über die Zusammensetzung des Codes einer Telefonkarte?

A: In der Zeitschrift PHRACK, Ausgabe 48. Hier die Original-URLs: [Externer Link]Volume Seven, Issue Forty-Eight, File 10 of 18 und [Externer Link]Phrack Magazine Volume Seven, Issue Forty-Eight, File 11 of 18

Blueboxing

F: Ist Blueboxing im deutschen Telefonnetz möglich?

A: Beim Blueboxing versucht der Anrufer mit Hilfe von Tönen nach CCITT 5 eine Verbindung aufzubauen. Er benutzt dabei die Töne, mit der die Verbindungsstellen der Telefongesellschaften untereinander kommunizieren. Er versucht also seiner Vermittlungsstelle vorzuspielen, dass er selbst eine solche Stelle ist und kein normaler Anrufer. Wenn der Versuch erfolgreich ist, kann er so ohne Gebühren eine Verbindung zu einem anderen Teilnehmer aufbauen. Blueboxing wird immer schwieriger, da das internationale Telefonnetz nach und nach auf ein anderes Kommunikationssystem (CCITT bzw. ITU-T System 7) umgestellt wird. Dabei ist die Signalübermittlung von der Kommunikationsleitung getrennt. Telefonieren mit Hilfe von Blueboxing ist eine Leistungserschleichung (wie Schwarzfahren) und darum strafbar.

Mobiltelefonie

F: Ich muss meine Handy-Karte sperren!

A: Unser Beileid. Hier sind die Nummern:

  • D1/t-mobil: voice +49-180-3302202, fax +49-180-5225171 (benötigt wird: Die T-Mobile-Rufnummer, die Kartennummer (steht auf der Rückseite der Karte) und, falls vorhanden, das Kundenkennwort.
  • D2/vodafone: voice +49-172-1212, fax +49-2102-986115
  • E-Plus: voice +49-177-1000, fax +49-331-7003130
  • O2: voice +49-800-5522255, fax +49-800-5522266

F: Ich habe gehört, dass Handys unsicher sind. Man soll die abhören können? Stimmt das?

A: Guck mal beim BSI[Externer Link]http://www.bsi.de/faq/mobilfunk.htm.

F: Kann man den Absender einer SMS oder eines Anrufes fälschen?

A: Ja. Die Absenderrufnummer bei einer Kurzmitteilung kann relativ einfach manipuliert werden. Die Netzbetreiber bieten jedem, der dafür zahlt, eine Großkundenanbindung an ihre jeweilige Kurzmitteilungszentrale (SMSC) an. Bei über so eine Großkundenanbindung versendeten Nachrichten lässt sich in den meisten Fällen der Absender beliebig setzen. Bei Telefongesprächen ist das Verfahren ähnlich. Es gibt auch noch andere Möglichkeiten:

  • Einige Web-SMS-Anbieter erlauben das Setzen der Absendernummer.
  • Diverse Netzbetreiber erlauben das Setzen der Absenderrufnummer auch über ihre Modem-Einwahl zum versenden von SMS.
  • In einigen Fällen gibt es auch einen "SMS-Operator", dem man den Inhalt einer Nachricht und die Absendernummer mündlich mitteilt.

F: Kann man den Absender beim Senden einer SMS direkt vom Telefon verändern?

A: Nein.

F: Kann ich herausfinden, ob die SMS wirklich von demjenigen kommt, dessen Nummer mir als Absender angezeigt wird?

A: Nicht mit absoluter Sicherheit - und es ist nicht ganz einfach. Man braucht dazu ein Telefon, das einem erlaubt, die Kurzmitteilungszentralnummer, über die die fragliche Nachricht gesendet wurde, anzuzeigen. Inzwischen sollte jedes Telefon diese Funktion bieten. Dann schickt man sich von einem Telefon aus dem Netz, aus dem die fragliche Nachricht kam, an das eigene Telefon eine SMS. Wenn die Kurzmitteilungszentralnummern der beiden Nachrichten unterschiedlich sind, ist es möglich, dass die ursprüngliche Nachricht über ein Gateway oder eine Web-Seite gesendet wurde. Das ist aber nur ein Indiz - der Umkehrschluß gilt auf gar keinen Fall: Wenn die Nachricht über eine Modemeinwahl versendet wurde, wird oft die selbe Zentrale verwendet, wie beim Versand vom Telefon. Aber auch eine andere Zentralnummer muss nicht heißen, dass ein Gateway verwendet wurde: D2 und O2 z.B. haben mehrere SMS-Zentralen mit unterschiedlichen Nummern in Betrieb.

F: Ich möchte jemanden direkt eine Nachricht auf seine Mobilbox sprechen und vielleicht auch ein Fax dorthin schicken. Ich habe gehört, das geht ganz einfach...

A: Ja, das geht einfach: Zwischen Handy-Vorwahl und Handynummer wird eine zusätzliche Zahl eingefügt, die sich von Diensteanbieter zu Diensteanbieter unterscheidet. Zum Beispiel:

  • D1: xxxx-13-xxxxxxx
  • D2: xxxx-50-xxxxxxx
  • E1: xxxx-99-xxxxxxx
  • E2: xxxx-33-xxxxxxx

AOL for free

F: Ausnutzen der Freiaccounts, was bringt das?

A: Relativ wenig Gewinn. Ein paar Freistunden bei einem eher mittelmäßigen Online-Dienst. Wer's doch machen will: Niemals die Kontonummer einer real existierenden Person oder Firma nehmen! Sonst muss die sich nämlich mit AOL herumschlagen. Das ist nicht fair.


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