Chaos Computer Club: Wahlmanipulation nicht nur im Fernsehen möglich

 

Aufgrund verschiedener Presseberichte sowie eines vermeintlichen Bekennerbriefs einer angeblichen Hackergruppe zur Manipulation des TED - Wahlcomputers sind die Presseleitungen der CCC Sprecher bereits seit mehreren Stunden unter Dauerbestürmung von Journalisten, die wissen möchten, ob eine Manipulation elektronischer Wahlen über das TED System möglich ist.

Angesichts der Trivialität der dabei aufkommenden Fragen - beispielsweise, ob es bei entsprechendem finanziellem Aufwand möglich ist, mit einem Computer immer wieder dieselbe Rufnummer anzuwählen - scheint es uns hilfreich, einige allgemeine Ausführungen über die Manipulationsmöglichkeiten bei elektronischen und anderen Wahlen zu machen.

Das TED - System hat wie jedes andere Wahlsystem konstruktionstechnische Merkmale, die Manipulation ausschließen sollen. Bei entsprechendem - auch finanziellem - Aufwand, ist eine Umgehung der diesbezüglichen Sicherungsmechanismen selbstverständlich möglich.

So kann beispielsweise die Erkennung von "Mehrfachwählern" durch Identifizierung der Rufnummer mit speziellen Anschlusstypen im Telefonnetz einfach ausgehebelt werden - was verbleibt sind lediglich die Kosten der Anrufe, die das Wahlergebniss dann zugunsten bzw. zuungunsten spezifischer Kandidaten manipulieren.

Angesichts des derzeitigen weltpolitischen Geschehens scheint es uns allerdings nicht sinnvoll, die möglichen finanziellen Motive beim hier diskutierten Wahlvorgang im Rahmen eines Gesangwettbewerbes zu beleuchten.

Die Umgehung von elektronischen Sicherheitsmechanismen ist in der Regel nur eine Frage des Aufwandes. Bei der Übertragung von sensiblen Vorgängen wie Wahlverfahren von der analogen in die digitale Welt geht die Nachvollziehbarkeit der Vorgänge für die betreibenden Menschen zumindest partiell, wenn nicht partiell vollständig, verloren.

Eindrücklich erlauben wir uns jedoch darauf hinzuweisen, daß sich der Planet derzeit kurz vor Beginn eines möglichen Krieges größeren Ausmasses befindet, initiiert von einem amerikanischen Präsidenten, der nachweislich durch Manipulation von Wahlverfahren an die Macht gelangt ist.

CCC Sprecher Andy Müller-Maguhn fasste die Stellungnahme kurz zusammen: "Es ist doch etwas verwunderlich, daß eine Vielzahl von Journalisten es als großen Skandal empfinden, wenn eine Wahl im Rahmen eines Gesangwettbewerbes durch Telefonanrufe manipuliert wird und dabei scheinbar übersehen, daß wir bereits in Kürze in einen Krieg verwickelt sein könnten - angezettelt von einem amerikanischen Präsidenten der durch Manipulation von Wahlverfahren an die Macht gelangt ist."

Informationen zur Wahlmanipulation zuguunsten Georg W. Bush im Rahmen der Präsidentschaftswahl in den USA finden Sie im Internet und den einschlägigen Suchbegriffen, eine Auswahl von Informationssites sind hier angegeben:

 

 

Literaturhinweis: